Der Kreisjugendring Gifhorn e.V. und die Kreisjugendförderung des Landkreises Gifhorn haben die Ergebnisse der erstmals durchgeführten Kreisumfrage „Jugend“ 2025 vorgestellt. Insgesamt 468 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem gesamten Landkreis beteiligten sich an der Befragung und gaben wertvolle Einblicke in ihre Lebenswelt, ihre Bedürfnisse sowie ihre Wünsche an Politik und Gesellschaft.
Die Umfrage wurde im Vorfeld der Jugendkonferenz 2025 entwickelt und durchgeführt, um die zukünftigen Schwerpunktthemen gezielt eingrenzen und priorisieren zu können. Gleichzeitig wollten die Initiator*innen ein aktuelles Stimmungsbild der jungen Menschen im Landkreis Gifhorn einfangen. Die Teilnehmenden hatten darüber hinaus die Möglichkeit, eigene Ideen, Anliegen und Zukunftsthemen einzubringen.
Geplant ist, die Kreisumfrage „Jugend“ künftig jährlich durchzuführen, um Jugendlichen dauerhaft eine starke Stimme zu geben und ihre Perspektiven kontinuierlich in die Jugendarbeit und regionale Entwicklungsprozesse einzubeziehen.
Die vollständige Auswertung der Kreisumfrage „Jugend“ 2025 steht auf der Website des Kreisjugendrings Gifhorn e.V. zur Verfügung.
Jugendliche sehen deutlichen Verbesserungsbedarf bei Angeboten und Strukturen
Die Bewertung der vorhandenen Angebote fällt kritisch aus: Mit einem Durchschnittswert von 4,6 von 10 Punkten bewerten die Jugendlichen das Angebot vor Ort als eher mittelmäßig bis unzureichend. Rund zwei Drittel sind der Meinung, dass im Landkreis „nicht viel für junge Menschen getan wird“. In den Freitextantworten werden u. a. fehlende Orte zum Treffen, mangelnde Freizeitangebote, unzureichende Kulturangebote sowie zu wenig jugendgerechte Treffpunkte genannt.
Mobilität bleibt Schlüsselfaktor – große Zustimmung zu kostenfreiem ÖPNV für Engagierte
Mobilität gehört zu den am häufigsten genannten Problemfeldern. Jugendliche kritisieren zu seltene Busverbindungen, hohe Kosten und unzuverlässige Anschlüsse. Besonders großen Zuspruch erhält die Idee, kostenfreie ÖPNV-Nutzung für JuLeiCa-Inhaber*innen einzuführen. Der Vorschlag erreicht einen Zustimmungswert von 8 von 10 Punkten und gilt als eines der wirksamsten möglichen Signale zur Stärkung jugendlichen Engagements.
Beteiligung: Jugendliche wollen mitentscheiden
Mit einem Durchschnittswert von 6,3 von 10 Punkten betonen die Befragten, wie wichtig ihnen echte Mitbestimmung in kommunalen Entscheidungsprozessen ist. Besonders in den Bereichen Schule, Sport, Verkehr und Jugendhilfe wünschen sich Jugendliche mehr Einfluss. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen – wenn Beteiligung verbindlich und wirksam gestaltet wird.
Freizeit, Kultur und Jugendräume: großer Wunsch nach Treffpunkten und Veranstaltungen
Viele Jugendliche wünschen sich mehr frei zugängliche Freizeitflächen wie Skateangebote, Bolzplätze, Graffitiflächen oder sichere Außentreffpunkte. Ebenso werden Konzerte, Partys, Events und kulturelle Angebote vermisst. Häufig genannt wird auch der Wunsch nach einem zentralen Jugendzentrum für den gesamten Landkreis.
Engagement: Motivation hoch – Zeitdruck und fehlende Anerkennung bremsen aus
Ein Drittel der Jugendlichen ist in Vereinen oder Verbänden aktiv, ein Viertel engagiert sich ehrenamtlich. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Zeitmangel durch Schule, unzureichende Erreichbarkeit von Angeboten und fehlende Wertschätzung Hürden darstellen. Genannt werden Wünsche wie Anerkennung, Begleitung, finanzielle Unterstützung oder flexible Strukturen.
Kommunikation: Informationen müssen Jugendliche besser erreichen
Jugendliche erhalten Infos vor allem über Instagram, TikTok, Freunde, Schulen und Lehrkräfte. Viele wünschen sich übersichtlichere und zentralere Informationsquellen über Angebote und Veranstaltungen im Landkreis.
Fazit der Träger
„Die Ergebnisse zeigen klar, dass Jugendliche nicht nur Kritik äußern, sondern konkrete und konstruktive Vorschläge machen“, sagt Dominik Ruder vom Kreisjugendring Gifhorn. „Sie wollen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und ihren Landkreis aktiv mitgestalten – aber dafür brauchen sie passende Rahmenbedingungen.“
Auch die Kreisjugendförderung betont: „Wir nehmen die Ergebnisse sehr ernst. Die Aussagen der Jugendlichen sind ein Auftrag an Politik, Verwaltung und Fachkräfte, die Lebensbedingungen für junge Menschen gezielt zu verbessern“, so Bernhard Schuhose, Kreisjugendpfleger.
Handlungsempfehlungen
Aus den Ergebnissen ergeben sich mehrere zentrale Empfehlungen, darunter:
- Ausbau jugendgerechter Freizeit- und Kulturangebote
- Sicherung und Entwicklung von Jugendtreffs und jugendgerechten Räumen
- Verbesserung der Mobilität und Prüfung vergünstigter ÖPNV-Angebote
- Verbindliche Strukturen für Jugendbeteiligung schaffen
- Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements stärken
- Kommunikation modernisieren und Angebote sichtbarer machen
Kontakt
Kreisjugendring Gifhorn e.V.
Torstraße 16
38518 Gifhorn
Tel.: 05371 7593 151
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